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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Bundesverwaltungsgericht/Sonntagsarbeit

Stuttgart (ots) - So heilig, wie der Sonntag in der Darstellung der Kirchen erscheint, ist er längst nicht mehr. Dennoch ist es gut, wenn sich die relevanten gesellschaftlichen Gruppen gegen einen Dammbruch stemmen und starke Rückendeckung von den höchsten deutschen Gerichten erhalten. Mit dem weit reichenden Schutz von Sonn- und Feiertagen haben die Verfasser des Grundgesetzes einst Weitblick bewiesen. Nicht zuletzt angesichts der internationalen Verflechtungen müssen Ausnahmen möglich bleiben, aber sie müssen gut begründet sein. Eine Aufgabe des Sonntagsverbots auf breiter Front würde die Bedeutung dieses Tages als nationalen Ruhepol aushöhlen.

Das entschleunigte Wochenende gibt dem Arbeitsleben eine Struktur und fördert das soziale Miteinander - unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit. Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, dieses Kulturgut aufzugeben. Allzu hoch wäre der Preis für die Bequemlichkeit, an Sonn- und Feiertagen die alltäglichen Dinge verrichten zu können. Eine Ökonomisierung aller Lebensbereiche kann dem gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht förderlich sein.

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