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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Europawahl/TV-Duell

Stuttgart (ots) - Die wichtigste Erkenntnis dieser Fernsehpremiere wird erst am Freitag vorliegen: Wie viele Zuschauer haben das erste TV-Duell zu einer Europawahl gesehen? Bisher nämlich drängt sich der Eindruck auf, dass die Wahl auch nach Jahren der Eurokrise und ständiger Beschäftigung mit "Brüssel" wieder kein Gassenhauer wird. Dies schließlich soll das Experiment, Spitzenkandidaten für das Amt des EU-Kommissionschefs aufzustellen, ändern.

Uninteressant war die Debatte wegen der zwei verschiedenen Charaktere nicht. Gesehen haben die Zuschauer aber kein Duell, da sich die Kandidaten politisch in vielen Punkten einig sind - ob es nun um die Ukraine, Einwanderung, Bürokratieabbau oder Freihandel mit den USA ging. Die größten Unterschiede waren bei der Krisenbewältigung erkennbar. Der SPD-Mann Martin Schulz setzt auf Investitionsprogramme, der Christdemokrat Jean-Claude Juncker auf Etatdisziplin und Reformen.

Auch das ist ein Experiment: Goutieren die Wähler diesen live ausgestrahlten Brüsseler Politikstil, der Konsens zwischen 28 Staaten sucht, oder wenden sie sich entsetzt vom vermeintlichen Einheitsbrei ab? Das eigentliche Duell bei dieser Wahl heißt nicht Schulz gegen Juncker. Es findet statt zwischen denen, die die EU abgeschrieben haben, und jenen, die die Hoffnung auf ein besseres Europa nicht aufgeben wollen.

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