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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Iran/Israel/Nahost/Atomabkommen

Stuttgart (ots) - Dass der Westen die Sanktionen lockert, stößt in Israel auf größtmögliches Missfallen. Der Iran, so die israelische Argumentation, könne all seine Zusagen ruck, zuck zurücknehmen. Das könne der Westen dann zwar auch, doch die Phase der Lockerung genüge dem Mullahregime, um Kraft zu schöpfen und der am Boden liegenden Wirtschaft Leben einzuhauchen. Sprich: die Entspannungsphase nützt Teheran mehr als der Gegenseite.

Die Argumentation ist ja nicht ganz falsch, aber trotzdem ist es richtig, dass nun ein weiterer wichtiger Schritt in der gegenseitigen Annäherung gegangen wurde. Denn was ist die Alternative? Dass der Iran eingesteht, keine Kraft mehr zu haben, und seine atomaren Pläne aufgibt, das können nicht einmal die größten Träumer für realistisch erachten. Nun besteht zwar keine Garantie, dass es den Unterhändlern im kommenden halben Jahr gelingt, eine langfristige, tragfähige Lösung des Atomproblems zu finden, aber es besteht eine Hoffnung - und das ist mehr, als es im vergangenen Jahrzehnt gab.

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