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Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Wirtschaft Halloren-Aktie bricht um 30 Prozent ein

Halle (ots) - Der angekündigte Börsenrückzug der Halloren AG schockt tausende Kleinanleger: Die Aktie des halleschen Unternehmens brach bis Montagmittag an der Frankfurter Börse um mehr als 30 Prozent ein und notierte bei etwa 5,10 Euro. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Dienstagausgabe). Der Vorstand und der Aufsichtsrat hatten am Freitagnachmittag mitgeteilt, dass das Unternehmen sich am 2. Dezember vom Frankfurter Parkett zurückzieht. Die Schoko-Firma will mit dem Schritt den "Verwaltungs- und Kostenaufwand deutlich zu reduzieren". "Die Kleinaktionäre werden von der Halloren-Führung deutlich benachteiligt", sagt Malte Diesselhorst von der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) der Zeitung. Sie hätten dem Unternehmen ihr Geld anvertraut und würden nun abgeschoben. Künftig soll der Handel mit Halloren-Aktien nur noch außerbörsliche auf Handelsblattformen stattfinden. "Die Preisfindung dort ist aber längst nicht so transparent wie an der Börse", so Diesselhorst. Das Unternehmen müsse zudem weniger Geschäftszahlen publizieren. Offenbar stoßen daher viele Aktionäre ihre Aktien jetzt noch ab. Während größere Unternehmen in den Börsensegmenten Dax, M- und S-Dax bei einem Börsenrückzug den Kleinaktionären ein Abfindungsangebot für ihre Aktien machen müssen, ist das im sogenannten Entry Standard, in dem die Halloren-Aktien notieren, nicht nötig. "Abfindungen oder Schadenersatz können die Kleinanleger nicht einfordern", so Diesselhorst. Der Schokoladen-Hersteller, der unter anderem die traditionsreiche Halloren-Kugel produziert, hatte zuletzt rote Zahlen vorgelegt. Beim Konzernergebnis verbuchte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Verlust von 1,64 Millionen Euro. Halloren machte für die Entwicklung Probleme und Umstrukturierungen bei der belgischen Pralinen-Tochter Bouchard verantwortlich. Trotz der Probleme wollte der Konzern mittelfristig weiterwachsen. Am Freitag teilte Halloren mit, dass der Konzern weitere Umsatzeinbußen nicht ausschließt, weil eine niederländische Tochter die Lizenz für die Produktion von Schokoladenprodukten unter der Disney-Marke verloren habe. Gleichzeitig lasse der bevorstehende Abschluss eines Großauftrags aber für das kommende Jahr auf eine spürbar verbesserte Auftragslage hoffen.

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