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Mitteldeutsche Zeitung: zu Bautzen

Halle (ots) - Schon damals war es falsch, Xenophobie und Rassenhass als ostdeutsche Sonderbefindlichkeit zu erklären. Denn schon damals machte der Hass auf die Fremden nicht an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze halt, schon damals lag Mölln, 1992 zwei türkische Mädchen und deren Großmutter bei einem Brandanschlag ermordet wurden, in Schleswig-Holstein. Zwar ist nicht zu übersehen, dass Sachsen inzwischen eine Hochburg des Rassismus ist, die sächsische Integrationsministerin räumt es ein, und die Statistik bestätigt es: Die Zahl rechtsmotivierter und rassistischer Angriffe auf Asylbewerber und Helfer stieg im vergangenen Jahr um 86 Prozent auf 477 Taten. Aber das Bestürzende an den Nachrichten aus Bautzen ist, dass sie in einem gesellschaftlichen Klima entstanden sind, in dem Rassismus und Fremdenfeindlichkeit selbst in bürgerlichen Kreisen Zuspruch erhalten und eine Partei gefunden haben, die das zum Programm erklärt.

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