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Mitteldeutsche Zeitung: zu Günter Grass

Halle (ots) - Grass ging in dem Bild, das ihn als notorischen Bescheidwisser und Rechthaber zeigt, nicht auf. Seine von Thomas Mann übernommene Rolle des deutschen Repräsentanten und moralischen Gewissens füllte Grass zwar mit großer Leidenschaft aus, aber er konnte sie auch jederzeit abstreifen. Zum Vorschein kam dann ein anarchischer Künstler und im Umgang ein eher leiser und lässiger Mitmensch. Einer, der als Schriftsteller, und durchaus auch als Grafiker und Bildhauer, immer das Randständige im Blick hatte: den Osten aus dem er stammte und dem er in seinen verschiedensten kulturellen und politischen Ausprägungen die Treue hielt, einer Sphäre, zu der die deutsch-schlesischen Barockdichter genauso gehörten wie die polnische Gewerkschaft Solidarnosc. All die eigenwilligen, aus der Gesellschaft gefallenen Gestalten, die er beschrieb, wie den Blechtrommler Oskar Matzerath, der als Dreijähriger beschloss, das Wachsen einzustellen.

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