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Mitteldeutsche Zeitung: zu Sachsen-Anhalt/Perspektiven

Halle (ots) - Manche machen es sich an dieser Stelle leicht und verweisen auf die Mentalität des Sachsen-Anhalters - "Nicht gemeckert ist schon genug gelobt." Nun ja, das wird auch den Berlinern vorgehalten und kann deshalb wohl kein Argument sein. Viel überzeugender ist, dass die Sachsen-Anhalter sehr, sehr vorsichtig geworden sind. Als mit der Deutschen Einheit die blühenden Landschaften kommen sollten, war die Vorfreude groß. Doch für viele hieß das hier erst einmal den Verlust des Arbeitsplatzes. Große Teile der Industrie wie die Chemie und der Maschinenbau waren marode oder nicht konkurrenzfähig und mussten erneuert werden. Hunderttausende wurden arbeitslos, fast jede Familie war betroffen. Nirgendwo im Osten Deutschlands waren die Einschnitte im Berufsleben so gravierend wie in Sachsen-Anhalt. Die Menschen verloren in den 1990er Jahren nach und nach das Vertrauen in die Politik. Jede neue Hiobsbotschaft aus dem Land wird immer noch aufgesogen zur Bestätigung der eigenen negativen Meinung. Kann man das den Menschen verübeln? Wohl eher nicht.

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