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Mitteldeutsche Zeitung: zu Sanktionen

Halle (ots) - Unternehmen, die sich in jahrelanger Schwerstarbeit auf dem komplizierten russischen Markt etabliert haben, werden nun zum Spielball der politischen Mächte und können existenzbedrohend getroffen werden. Das will sicher keiner in Brüssel oder Berlin. Doch es wird billigend in Kauf genommen. Dabei stellt sich zugleich eine drängende Frage: Was können Wirtschaftssanktionen politisch bewegen? Es ist allenfalls eine vage Hoffnung, dass sich ein politisches System davon beeindrucken lässt. Getroffen werden andere, die keinen oder nur geringsten Einfluss auf das Geschehen in Moskau, Kiew oder Charkow haben. Die Sanktionen zeigen letztlich nur das Versagen der Diplomatie. Man mag dem russischen Präsidenten Putin ein Denken aus dem verflossenen Jahrhundert vorhalten. Die Antworten des Westens aber entstammen derselben Mottenkiste. Und das macht Sorge, weil eine Eskalation programmiert ist.

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