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Mitteldeutsche Zeitung: zur Inflation

Halle (ots) - Kritiker werfen der EZB vor, sie deute die niedrige Inflation falsch. Denn deren Rückgang sei allein den gesunkenen Energiepreisen geschuldet. Tatsächlich lag die Preissteigerungsrate ohne Energie im Mai bei 1,1 Prozent. Jedoch ist dies noch immer deutlich weniger als die Zielinflationsrate der EZB. Doch viel wichtiger: Es geht der EZB nicht um die jüngste Teuerungsrate, sondern um die Inflations-erwartungen der Wirtschaftssubjekte. Denn je nachdem, welche Inflationsrate sie erwarten, setzen Gewerkschaften Lohnforderungen und Unternehmen Preissteigerungen fest. Erwarten sie weiter sinkende Inflationsraten, so halten sie sich zurück - und die Preise steigen tatsächlich nicht. Dann droht Deflation. Um dies zu verhindern, hat die EZB mit ihrer Zinssenkung ein Signal gesendet: Sie duldet keine zu niedrige Inflationsrate und wird alles tun, um höhere Preise herzustellen.

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