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Mitteldeutsche Zeitung: Vertriebene Instituts-Chef Bingen: Steinbach erweist der Verständigung mit Polen einen Bärendienst

Halle (ots) - Der Direktor des Deutschen Polen-Instituts, Dieter Bingen, hat die Äußerungen von Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach zum Beginn des Zweiten Weltkrieges kritisiert. "Die Aussagen von Frau Steinbach erweisen dem Anliegen, das Verständnis für die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Polen und anderswo weiter zu vergrößern, einen Bärendienst - vor allem auch in Deutschland selbst", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Freitag-Ausgabe). Er nehme aber "an, dass man bei unserem Nachbarn solche Geschichtsklitterungen als diskreditierend für das Projekt betrachtet. Da braucht's gar keine Interventionen aus Warschau." Auch der Vorsitzende des Landesverbandes Thüringen im Bund der Vertriebenen (BdV), Egon Primas, betonte gegenüber dem Blatt: "Es gibt keinen Zweifel, wer den Krieg angefangen hat - nämlich Deutschland. Da ist kein Platz für Interpretationen. Ich bringe für solche Diskussionen wenig Verständnis auf." Das BdV-Präsidiumsmitglied Stephan Mayer, der für die CSU im Bundestag sitzt, sprach gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" von "Missverständnissen", stellt allerdings klar: "Die Kriegsschuld Deutschlands ist unbestreitbar. Ich hoffe, diese Debatte führt jetzt nicht dahin, dass das deutsch-polnische Verhältnis Schaden leidet."

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