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Lausitzer Rundschau: Der Ausstieg aus dem Steinkohle-Bergbau Langsam, absehbar, sozial

Cottbus (ots)

Die Kumpel an der Saar und an der Ruhr haben
gekämpft. Über Jahrzehnte. Sie haben sich gegen den Strukturwandel, 
gegen die Folgen der Globalisierung gestemmt; sie haben schwierige 
Anpassungsprozesse durchlitten - und zähneknirschend doch akzeptieren
müssen. Gewiss, Vieles wurde ihnen finanziell massiv vom Steuerzahler
erleichtert. Bergleute ticken aber anders: Kumpel zu sein, war und 
ist ein Lebensgefühl.
 Verloren? Nein, die Bergleute haben nicht verloren. Mit dem 
Ausstiegskompromiss fegt der unausweichliche Veränderungsprozess 
nicht wie ein Sturm über sie hinweg. Das Ende kommt langsam, 
absehbar, sozial. Es gibt keinen Kahlschlag wie ihn jene am liebsten 
gewollt hätten, die die Kumpel polemisch als "lästige 
Subventionsempfänger" abgekanzelt haben. Allerdings sollte noch ein 
Teil der freiwerdenden Subventionen bis 2018 für die Zukunft der 
Beschäftigten, für Aus- und Weiterbildung eingesetzt werden. Neben 
dem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen würde die Republik 
damit ein letztes Mal die historische Leistung der Bergarbeiter beim 
Aufbau des Landes honorieren - und auch den verbliebenen 
Montan-Romantikern den Abschied erleichtern.
 Am Ende hat bei Union und SPD die nüchterne Bestandsaufnahme 
obsiegt. Das ist nicht zu kritisieren. Es ist kaum jemandem mehr 
vermittelbar gewesen, warum Bund und Länder Milliarden in den Erhalt 
dieses unrentablen Wirtschaftszweiges gepumpt haben; auch nicht die 
Frage der Energiesicherheit hat den immensen Aufwand gerechtfertigt. 
Was heute zählt, sind Investitionen in Bildung und Forschung, in 
erneuerbare Energien und zukunftsträchtige Technologien. Es ist der 
weltweite Kampf um die Köpfe, den wir heute erleben. Der 
Kohle-Kompromiss ermöglicht den sanften Umstieg.
 Wenn 2012 das Ende des Bergbaus noch einmal überprüft werden sollte,
dürfte es deshalb nur noch darum gehen, wie das Land mit der 
Bergbautechnologie verfahren will. Einer Sparte, in der Deutschland 
führend ist. Gerade vor diesem Hintergrund wäre es aus heutiger Sicht
kurzsichtig, das Know-How im Berg abreißen zu lassen. In fünf Jahren 
dürfte also die Debatte um eine Grundfördermenge an Steinkohle neu 
entfacht werden. Aber dabei geht es dann nur noch um einen 
Forschungsbergbau, nicht um den Ausstieg vom Ausstieg.

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Rückfragen bitte an:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481231
Fax: 0355/481247
lr@lr-online.de

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