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Lausitzer Rundschau: Zäune im Herzen Zu den Zuständen an der mazedonisch-griechischen Grenze

Cottbus (ots) - Wer kein Herz hat, mag ungerührt sein. Es gab ja in Ungarn schon eine Kamerafrau, die Flüchtlingen auf den letzten Metern ein Bein stellte. Und es gab in Deutschland schon AfD-Vertreter, die schießen lassen wollten; unklar war, ob auch auf Frauen und Kinder. Geschossen wird zum Glück noch nicht. Aber das ist angesichts der aktuellen Vorkommnisse an den Zäunen vor Mazedonien und in Calais auch nicht mehr sehr fern. Wer Herz hat, findet unerträglich, was da jetzt passiert. Das sind Flüchtlinge, Hilfesuchende, keine Verbrecher. Immer mehr stauen sich im Nirgendwo. Das Tränengas und die vielen Tränen, die auch ohne Gas fließen, sind dabei nicht die unschöne Folge einer leider unabdingbaren Maßnahme, frei nach dem Motto: "Wo gehobelt wird, fallen Späne". Sondern sie sind die Folge massiver Kälte und massiven Versagens der europäischen Nationen. Mag für Deutschland und wenige andere Länder eine Grenze der Belastung in Sicht sein (wobei, da geht noch viel, viel mehr), für Europa mit seinen mehr als 500Millionen Einwohnern ist sie es bei einer Million Flüchtlinge noch lange nicht. Und es ist darüber hinaus noch lange nicht alles getan, um den Menschen zu helfen, in ihrer Heimat zu bleiben oder wenigstens in den heimatnahen Flüchtlingslagern. Herr Seehofer, Frau Klöckner, Herr Orban, Frau Petry: Auf dem gesamten Balkan einschließlich Österreich gibt es jetzt Ihre Obergrenze. Ihre Zäune stehen. Alles, wie Sie es vorgeschlagen haben. Fahren Sie hin, gucken Sie sich das Ergebnis an. Und sagen Sie etwas. Irgendetwas Sinnvolles.

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