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Lausitzer Rundschau: Nichts Schlechtes "Gutmensch" ist das Unwort des Jahres

Cottbus (ots) - Es ist doch nichts Schlechtes, ein guter Mensch zu sein. Im Gegenteil: Ohne die Guten wäre eine Gesellschaft verkommen und auf Angst und Ausgrenzung gegründet. Ein überwiegend friedliches Miteinander würde nicht funktionieren. Noch sind die Guten deutlich in der Mehrheit. Obwohl man angesichts der Ereignisse in Köln, Leipzig und anderswo einen anderen Eindruck haben könnte. Auch die Flüchtlingskrise wäre in Deutschland ohne sie nicht zu bewältigen. Das weiß die Politik, die sich auf die "Gutmenschen" sogar verlässt. Auf jene, die sich kümmern, die Spenden sammeln, Kleidung ausgeben oder für die Versorgung und Integration der Asylsuchenden sorgen. Sich für andere in dieser Form zu engagieren, ist übrigens weitaus schwieriger, als anonym mit ein paar Mausklicks im Netz seinem Hass freien Lauf zu lassen. Trotzdem ist "Gutmensch" inzwischen zum politischen Kampfbegriff geworden, wie die Gesellschaft für Sprache zu Recht bemängelt. Zur Diffamierungskeule. Das freilich nicht erst seit der Flüchtlingskrise: Politisch wird mit diesem Unwort schon lange gegen jene gewettert, die sich für eine aus ihrer Sicht gute Sache einsetzen - sei es für mehr Umweltschutz, mehr soziale Gerechtigkeit, ja sogar für mehr Tierwohl. Es liegt wohl an der Penetranz, mit der manche von ihnen ihre Ziele und Positionen verfolgen. Unterstellt wird ihnen dann, Realitäten zu ignorieren oder auszuklammern. Auch beim Thema Flüchtlinge. Das gibt es. Aber längst nicht alle Guten sind auch naiv. Probleme lassen sich nicht allein dadurch lösen, wenn man nur an das Gute im Menschen oder einer Sache glaubt. Wenn man allerdings abseits steht und immer nur dagegen ist, auch nicht.

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