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Lausitzer Rundschau: Zur niedrigen Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen

Cottbus (ots) - Es gibt Universitätsstädte, da kaufen sich die Leute schon kein neues Fahrrad mehr, weil es sowieso sofort geklaut wird. Die niedrigen Aufklärungsquoten bei diesem Delikt sind eine Schande. Nicht nur, weil sie regional sehr unterschiedlich sind, was beweist, dass die Eindämmung von der Qualität der Polizeiarbeit abhängt. Sie sind auch eine Schande, weil hier ein quasi rechtsfreier Raum entsteht. Das ist verkehrspolitisch schlecht, weil es den Radverkehr bremst, das ist ökonomisch schlecht, weil es der Branche schadet, das ist vor allen Dingen gesellschaftspolitisch schlecht. Die faktische Duldung hat das Delikt erst zum Massendelikt gemacht. Und jeder Diebstahl schafft ein Unsicherheitsgefühl mehr. 90,4Prozent Toleranz statt Null-Toleranz, das ist der umgekehrte Schluss aus einer nur 9,6-prozentigen Aufklärungsquote. Es gibt Städte, da liegt sie sogar bei unter fünf Prozent. Das ist eine Einladung. Was tun? Nicht nur die Innenminister sind gefordert, damit die Polizeien vielleicht doch einmal mit Sonderermittlern gezielt die Szene aufmischen. Auch die Industrie, die endlich bessere Sicherungstechniken anbieten muss. Dann die Länder und Städte. Sie müssen mehr sichere Unterstellmöglichkeiten bereitstellen, etwa an Bahnhöfen und solche im Baurecht auch den Firmen und Vermietern vorschreiben. Mindestens für Neubauten. Auch der Bundesgesetzgeber sollte sich nicht heraushalten. Warum muss eigentlich beim Autoverkauf der Besitz lückenlos nachgewiesen werden, bei den oft auch sehr teuren Fahrrädern aber nicht? Mindestens über einen Einstieg in eine obligatorische Registratur bei allen Neufahrrädern sollte man nachdenken, um das Übel an der Wurzel zu packen.

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