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Lausitzer Rundschau: Kein Frieden, nirgends Der Ukraine-Konflikt dauert an

Cottbus (ots) - Die Hoffnung war nur von kurzer Dauer. Als hätte es das Treffen von Frank-Walter Steinmeier mit seinen Außenminister-Kollegen aus Russland und der Ukraine am Mittwoch in Berlin nicht gegeben, tobt der Kampf in der Krisenregion unvermindert weiter, machen sich Moskau und Kiew gegenseitig für die zahlreichen zivilen Todesopfer in der Separatisten-Hochburg Donezk verantwortlich. Nun hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die alte Idee einer Freihandelszone zwischen EU und der von Moskau gelenkten "Eurasischen Union" neu ins Spiel gebracht. Ob das die Kriegsparteien in der Ostukraine beeindruckt? Wohl kaum. Von einem Waffenstillstand, wie er bereits im vergangenen Jahr mit dem Minsker Abkommen vereinbart wurde, ist man Lichtjahre entfernt. Das jüngste Bekenntnis, die schweren Waffen abzuziehen, ist bislang nur Schall und Rauch. Natürlich hätte eine Wirtschaftskooperation von Lissabon bis Wladiwostok auch für Wladimir Putin eine Menge Charme. Der russische Präsident hatte diesen Gedanken einst sogar selbst ins Spiel gebracht. Doch die Gleichung geht nicht auf: Solange geschossen wird, haben Handel und Wandel keine Chance. Mag sein, dass die Geister, die Putin rief, immer mehr außer Kontrolle geraten. Die pro-russischen Rebellen in der Ostukraine scheren sich jedenfalls einen Dreck um internationale Entspannungsbemühungen. Stattdessen faseln sie lieber von neuen Offensiven. Putin könnte diesen Spuk nur beenden, indem er den Separatisten die militärische Unterstützung entzieht. Doch dann verlöre er daheim sein Gesicht. Vor diesem Hintergrund ist kein Ende des Konflikts absehbar. Kein Frieden, nirgends.

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