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Lausitzer Rundschau: Unseriöse Schlüsse Untersuchung sieht Schwarzarbeit auf dem Vormarsch

Cottbus (ots) - Schwarzarbeit, das sagt schon der Name, findet im Verborgenen statt. Alle Zahlen dazu können also nur grobe Schätzungen sein. Annahmen, die auf noch größeren Unsicherheitsfaktoren basieren als zum Beispiel die ebenso zahlreichen wie selten treffsicheren Expertisen zur Konjunkturentwicklung. Da erstaunt es dann schon, wenn eine jetzt veröffentlichte Studie über die Schattenwirtschaft aus derlei Unsicherheiten auch noch folgenschwere Schlüsse zieht. Demnach wird die Schwarzarbeit voraussichtlich wieder so richtig Fahrt aufnehmen, wenn der Mindestlohn und die angepeilten Rentenverbesserungen im Gesetzblatt stehen. Man kann das so sehen. Aber seriös ist das kaum. Die Behauptung setzt nämlich voraus, dass der Mindestlohn massenhaft reguläre Arbeitsplätze vernichtet. Doch dagegen sprechen zumindest die Erfahrungen mit den in den letzten Jahren eingeführten Branchenmindestlöhnen. Erkenntnisse über einen Beschäftigungseinbruch, egal ob im Malerhandwerk, bei den Gebäudereinigern oder in der Abfallwirtschaft sucht man schlicht vergebens. Auch fällt es schwer zu glauben, dass mehr Menschen ihr Heil in der Schwarzarbeit suchen, nur weil der Beitrag für die Rentenversicherung unverändert bleibt und bei der Pflegeversicherung im Promillebereich steigt. In einem Punkt liegt die Untersuchung allerdings vorbehaltlos richtig: Die beste Versicherung gegen Schwarzarbeit ist eine gute Konjunktur. Denn dadurch finden die allermeisten eine reguläre Beschäftigung, die, nebenbei bemerkt, auch eine Versicherung fürs Alter und gegen Krankheit ist. Im internationalen Vergleich steht Deutschland hier durchaus auf der Sonnenseite. Die Schattenwirtschaft wird deshalb trotzdem nicht gänzlich auszumerzen sein. Sie sollte aber auch nicht "wissenschaftlich" überhöht werden.

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