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Lausitzer Rundschau: Noch lange keine Wende Papst lockert Kondom-Verbot

Cottbus (ots) - Es ist ein Hoffnungszeichen, mehr nicht. Im Interview mit dem Publizisten Peter Seewald erklärte der Papst, dass es bestimmte Situationen geben könne, in denen Kondome erlaubt sein könnten. Das ist wichtig, denn bislang lehnte die katholische Kirche Präservative kategorisch ab. Im Kampf gegen die Aids-Epidemie war das katholische Kondomverbot bislang ein Problem, das die Ausbreitung der Krankheit eher förderte als stoppte. Wenn der Papst nun in "begründeten Einzelfällen" anders denkt, und außerdem vor einer "Banalisierung der Sexualität" warnt, deutet das darauf hin, dass das katholische Kirchenoberhaupt aus der Krise seiner Kirche gelernt haben könnte. Es deutet auch darauf hin, dass ein Nachdenken über den Umgang mit anderen Fragen der Sexualität im Vatikan begonnen hat. Für überbordenden Jubel freilich gibt es derzeit noch keinen Anlass: Denn zum einen ist ein Interview mit einem Publizisten gerade keine lehramtliche Äußerung des Papstes. Benedikt XVI. tat seine Privatmeinung kund, mehr nicht. Und zum anderen bleiben zu viele ungelöste Probleme weiter bestehen: Der Pflichtzölibat, der Umgang mit Homosexualität und Abtreibung - es bräuchte viele 180-Grad-Wenden in der katholischen Kirche, es bräuchte viele solcher Signale, damit Benedikt XVI. vom konservativen Bewahrer der reinen Lehre zu einem Papst des 21. Jahrhunderts wird.

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