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Lausitzer Rundschau: Kein Grund zur Hysterie Reichsparteitags-Äußerung von Sportmoderatorin

Cottbus (ots) - Jeder hat in seinem privaten Umfeld sicher schon mal gehört, das jemandem etwas ein "innerer Reichsparteitag" gewesen sei. Dass ZDF-Sport-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein diese flapsige, umgangssprachlich verbreitete Formulierung in Zusammenhang mit Kloses Treffer gegen Australien herausrutschte, hat für aufgeregte Diskussionen gesorgt. Hysterie ist jedoch an dieser Stelle vollkommen fehl am Platze. Formulierungen, die Bezug auf Propagandainszenierungen des Naziregimes nehmen, sind geschmacklos und unnötig. Der "innere Reichsparteitag" gehört dazu, egal wie verbreitet die Redensart ist. Große Freude und tiefe Genugtuung kann man auch anders zum Ausdruck bringen. Solche Redewendungen haben deshalb auch nichts im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu suchen. Wer die Szene mit Katrin Müller-Hohenstein gesehen hat, weiß jedoch: Hier handelte es sich um die kurze sprachliche Entgleisung einer ansonsten souveränen Moderatorin, eine Gedankenlosigkeit im Eifer einer Liveübertragung und nicht um eine bewusste Anspielung auf die NS-Vergangenheit. Das ZDF hat diesen sprachlichen Tritt ins Abseits sofort als solchen benannt und sich auch im Namen von Müller-Hohenstein entschuldigt. Die hat auch keinen Augenblick versucht, sich zu rechtfertigen. Damit sollte die Angelegenheit für die Sport-Moderatorin erledigt sein. Und jeder von uns sollte nachdenken, ob er sich künftig nicht auch im privaten Kreis den "inneren Reichsparteitag" verkneift.

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