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Lausitzer Rundschau: Die Linke und ihre Präsidentschaftskandidatin

Cottbus (ots) - Für die Linkspartei / Ex-PDS / Ex-SED ist Joachim Gauck "nicht wählbar", wie ihre Vorsitzende Gesine Lötzsch sofort nach dessen Nominierung sagte. Frau Lötzsch nannte keine Begründung, ganz so, als sei "nicht wählbar" bei Gauck für sie so selbstverständlich wie die Aussage, dass verschimmeltes Brot nicht genießbar ist. Also können wir nur vermuten: Ist es, weil Gauck einst nicht in die FDJ eintreten wollte, nachdem sein Vater nach Sibirien deportiert worden war? Weil er 1989 Sprecher des "Neuen Forums" wurde und die Mauer von innen mit zum Einsturz brachte? Zu einer Zeit übrigens, als Lötzsch als SED-Bezirksverordnete von Berlin-Lichtenberg noch eifrig daran arbeitete, die Mauer von innen zu stabilisieren. Oder liegt es daran, dass Gauck das Stasi-Unterlagen-Gesetz initiierte und seine Behörde Gregor Gysi der Spitzelei beschuldigte? Keine Antwort. Erst mit einigen Tagen Verspätung fiel anderen Links-Politikern, darunter Gregor Gysi selbst, als Ablehnungsgrund ein, dass Gauck Hartz IV bisher nicht kritisiert habe und auch nicht, ganz aktuell, das Sparprogramm der Bundesregierung. Nun stellt die Linke ihre Bundestagsabgeordnete Luc Jochimsen gegen ihn auf, sodass die Wahlmänner und -frauen der Partei eine eigene Kandidatin vorfinden. Das erübrigt weitere Debatten. Die frühere ARD-Journalistin Jochimsen ist ein aufrechte Pazifistin, Antifaschistin und Radikaldemokratin. Gegen sie ist absolut nichts einzuwenden. Allerdings, dass sie sich so bereitwillig als Alibi hergibt, um die eigentlichen Ablehnungsgründe gegen Gauck zu übertünchen, das macht nun sie - nicht wählbar.

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