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Lausitzer Rundschau: Kein neuer Prozess für Kindermörder Magnus Gäfgen

Cottbus (ots) - Nach dem Urteil der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte steht fest, dass Magnus Gäfgen bleibt, was er ist: ein zu lebenslanger Haft verurteilter Kindermörder. Es wird keinen erneuten Prozess geben gegen den Mann, der vor acht Jahren den Bankierssohn Jakob von Metzler aus Habgier grausam tötete. Daran ändert auch die Folterandrohung nichts, mit der die Polizisten verzweifelt versucht hatten, das Leben des Kindes zu retten. Damit ist Gäfgen nach dem Weg durch alle denkbaren juristischen Instanzen nun endgültig mit seinem Versuch gescheitert, die lebenslange Haft doch noch abzuwenden. Die Familie des Opfers muss nun keine Angst mehr haben, dass ein neuer Prozess ihren Schmerz wieder aufwühlt und Gäfgen wochenlang mediale Öffentlichkeit zu Teil wird. Dass der Gerichtshof für Menschenrechte die Gewaltandrohung der Polizei klar als Verstoß gegen die Menschenrechte benannt hat, ist indes keine Überraschung. Seit dem Prozess gegen den verantwortlichen Polizeichef war diese Frage geklärt. Mit der Gewaltandrohung war eine rote Linie überschritten, die nicht hätte überquert werden dürfen. Daran hatten auch die Richter keinen Zweifel gelassen, die Markus Gäfgen wegen des Mordes an Jakob Metzler verurteilt hatten. Deshalb wurden seine Aussagen in der Bedrohungssituation bei der Polizei auch nicht in seinem Strafverfahren verwendet. Deutschland ist kein Folterland. Auch das hat das Urteil aus Straßburg bestätigt.

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