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Lausitzer Rundschau: Europäische Ohrfeige Die Väter und das Sorgerecht

    Cottbus (ots) - Das Urteil des europäischen Gerichtshofes ist ein Schritt in Richtung mehr Gleichberechtigung. Und zwar der Männer! Frauen werden jetzt womöglich aufschreien, weil sie nach wie vor in vielen gesellschaftlichen Bereichen nicht gleichgestellt sind. In der Tat gibt es da noch viel zu tun, allein was ihre Karrierechancen oder ihre Verdienste angeht. Aber: In punkto Sorgerecht hat das Gericht gut daran getan, endlich die Position der Väter zu stärken und damit den deutschen Gesetzgeber zu zwingen, seine Rechtssprechung an die Lebenswirklichkeit anzupassen. Peinlich ist freilich, dass es dafür erst einer europäischen Ohrfeige bedurfte. Es war nie einleuchtend, warum nach der Trennung eines unverheirateten Paares der Vater keine Rechte mehr mit Blick auf sein Kind haben sollte, dafür aber jede Menge Pflichten. Vor allem gegenüber seiner Ex-Partnerin. Für das Kindeswohl sind Mutter und Vater gleich wichtig. Gerade das deutsche Sorgerecht hat aber diesen Grundsatz schlichtweg ignoriert und den Umstand unbeachtet gelassen, dass immer mehr Paare ohne Trauschein mit Kindern zusammenleben. Überdies: Seit Jahren propagiert die Politik die neue Rolle des Vaters in der Familie. Sie forciert dies sogar mit Maßnahmen wie Vätermonaten beim Elterngeld.Offenkundig mit Erfolg, wie Studien belegen: Das Verständnis von Familie und Vatersein hat sich bei vielen, gerade jüngeren Männern deutlich verändert. Genau dem muss jetzt auch das deutsche Recht endlich gerechter werden, Europa sei Dank.

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