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Lausitzer Rundschau: Karlsruhe berät über Hartz IV für Kinder

    Cottbus (ots) - Armut ist relativ. Ein Kind, das in den Slums von Kalkutta oder Rio de Janeiro überleben lernen muss, dürfte sich bei den deutschen Hartz-IV-Sätzen vermutlich wie im Paradies fühlen. Für die Betroffenen hierzulande ist das allerdings kein Trost. Immerhin 1,7Millionen Kinder leben in Deutschland von Hartz IV. Und sie können am wenigsten dafür. Höchste Zeit also, dass sich das Bundesverfassungsgericht ihres Schicksals annimmt. Denn bei der Politik scheint es nicht gerade in den besten Händen zu sein. Die Absurdität der derzeitigen Berechnungsmethode für die Kinder-Regelsätze wird schon daran deutlich, dass sie sich auch an den Erwachsenen-Ausgaben für Tabak und Alkohol orientiert, aber nicht am Bedarf an Spielzeug oder etwa Nachhilfeunterricht. Man muss kein Hellseher sein, um festzustellen, dass diese Praxis in Karlsruhe kaum Bestand haben wird. Spätestens dann werden sich allerdings auch die Bedenkenträger zu Wort melden und auf das mangelnde Lohnabstandsgebot verweisen. Zweifellos ist der Grundsatz richtig, dass Familien, in denen die Eltern arbeiten, besser dastehen müssen, als Familien, die allein auf Hartz IV angewiesen sind. Offenkundig mangelt es aber auch an Rahmenbedingungen, um diesen Anspruch zu erfüllen. Eine alleinstehende Mutter, die keinen Kita-Platz findet, muss zwangsläufig auf eine bezahlte Tätigkeit verzichten. Und einem gering qualifizierten Vater, der deshalb erst gar keinen Job findet, geht es nicht anders. So notwendig eine Neustrukturierung der Hartz-Sätze auch ist, die beste Versicherung gegen Kinderarmut bleibt immer noch der Arbeitsplatz für die Eltern.

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