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Lausitzer Rundschau: Wiedergewählter IOC-Chef muss Einnahmenstreit beenden Rogges wichtigster Auftrag

    Cottbus (ots) - Der alte und neue IOC-Präsident Jacques Rogge hatte darauf bestanden, nicht nur per Akklamation, also zustimmenden Beifall, wiedergewählt zu werden. Aus dem Ergebnis der von ihm gewünschten geheimen Abstimmung wollte der Belgier ableiten, wie groß seine Unterstützung beim Olympischen Komitee ist. Bei 88 Befürwortern und nur einer Gegenstimme ist die offenkundig riesig - und diesen Rückhalt benötigt der ehemalige Rugby-Nationalspieler auch. Die Spiele nach der Wirtschaftskrise, die Fortführung des Anti-Doping-Kampfes, der Aufbau der Olympischen Jugendspiele - seine wichtigsten Themen für die kommenden vier Jahre hat Rogge nach der Wahl am Freitag schnell benannt. Doch der Belgier vergaß dabei, dass ihm die IOC-Vollversammlung in Kopenhagen indirekt einen noch wichtigeren Auftrag gegeben hat: Er muss die olympische Gemeinschaft wieder vereinen. Die deftige Ohrfeige für Chicago bei der Vergabe der Spiele 2016 nach Rio de Janeiro war klares Indiz für die derzeitige Isolation der USA. Großes Ärgernis ist die Verteilung der Gewinne aus Olympischen Spielen. Der Veranstalter bekommt etwa eine Milliarde Dollar, der Rest der Einnahmen wird unter IOC, 33internationalen Verbänden, 204 Nationalen Olympischen Komitees und dem NOK der USA gevierteilt. Dieser Sonderstatus kann eigentlich erst frühestens von 2020 an aufgehoben werden. Wenn Rogge es jedoch schafft, diesen nicht mehr nachvollziehbaren Zustand schon bis 2013 zu verändern, dann könnte er aus seiner bisher sehr ordentlichen Präsidentschaft eine herausragende machen. Und mit der gesamten olympischen Familie im Rücken sollte er es auch mit einem frischgebackenen Friedensnobelpreisträger aufnehmen können.

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