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Lausitzer Rundschau: Ein Hoffnungsschimmer Tschechisches Abgeordnetenhaus stimmt für EU-Vertrag

    Cottbus (ots) - Für die Anhänger der europäischen Integration kommt eine gute Nachricht aus Prag. Trotz Querelen, trotz des profilneurotischen Amoklaufes von Nicolas Sarkozy hat der Lissabon-Vertrag an der Moldau eine erste Hürde genommen. Dies ist ein wichtiges Signal aus einem Land, das bislang aus nachvollziehbaren Gründen zögerte. Eine deutliche Mehrheit der Tschechen hat verstanden, dass das größtmögliche Maß an Selbstbestimmung paradoxerweise nur noch in einem zusammenwachsenden Europa und nur unter Aufgabe der gerade erst errungenen Eigenständigkeit zu erreichen ist. Die tschechische Republik ist der jüngste der EU-Staaten, und vielleicht ist es ein gutes Omen, wenn der Benjamin sich anschickt, den Zug nicht länger aufzuhalten. Wer allerdings glaubt, am Ende sei alles gut, sollten in Prag, in Dublin und Warschau die letzten Widerstände weichen und sollten die deutschen Verfassungsrichter den Weg freimachen, der täuscht sich. Die EU befindet sich in einer politischen Krise, die kaum weniger gravierend ist als das wirtschaftliche Desaster, das die Staaten der Union plagt. Die gemeinsame Währung schwächelt, weil kein koordiniertes Vorgehen erkennbar wird. Von den großen Ländern sucht ein jedes seinen eigenen Weg. Aber vielleicht hat gerade diese Zwietracht der Mächtigen ihren Anteil daran, dass aus Prag solch eine Botschaft kommt.

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