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Lausitzer Rundschau: Münteferings politische Rückkehr Blick nach vorn

    Cottbus (ots) - Franz Müntefering hat viel Sinn für politische Inszenierungen. Seine Rückkehr auf die politische Bühne leitete der sozialdemokratische Hoffnungsträger mit der Teilnahme an einer Gedenkfeier für Johannes Rau ein. Mitte nächster Woche wird der Sauerländer einen Wahlkampfauftritt in Bayern absolvieren. Und im Herbst erscheint sein Buch mit dem beziehungsreichen Arbeitstitel "Blick nach vorn". Alles zusammen wirkt wie ein geballtes Kontrastprogramm zum amtierenden Parteichef Kurt Beck. Unter Johannes Rau hatte die nordrhein-westfälische SPD dreimal in Folge die absolute Mehrheit geholt. Im Bund schickten sich die Sozialdemokraten damals an, CDU-Dauerkanzler Helmut Kohl zu entthronen. Unter Kurt Beck ist die Bundes-SPD auf ein historisches Umfragetief geschrumpft. In Bayern wird Müntefering einmal mehr sein hervorragendes Redetalent unter Beweis stellen. Kurt Beck ist diese schöne Eigenschaft fremd. Und während Müntefering publizistisch an der Zukunft feilt, kommt von Beck ebenfalls im Herbst ein Buch auf den Markt, das angekündigt als Autobiografie wohl eher ein Rückblick ist. Der Parteivorsitzende hat also allen Grund, Münteferings Comeback mit Argwohn zu betrachten. Sein Vorvorgänger braucht kein höheres Parteiamt, um ihm das Leben schwer zu machen. Doch was hat die SPD noch zu verlieren? Ginge für die Genossen auch noch die Bayern-Wahl Ende September gründlich daneben, wären Becks Amtstage wohl gezählt. Auch das Rätselraten um die SPD-Kanzlerkandidatur hätte ein Ende. Frank-Walter Steinmeier als Merkel-Herausforderer und Franz Müntefering als Übergangsvorsitzender - gegen dieses Duo müsste sich auch die Union warm anziehen.

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