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Lausitzer Rundschau: Forderung nach nächtlichem Alkoholverkaufsverbot Nach Ursachen forschen

    Cottbus (ots) - Spätestens seit sich im vergangenen Jahr ein Berliner Gymnasiast mit mehr als 50 Tequila ins Koma getrunken hat und später an den Folgen gestorben ist, sind Warnungen vor Alkoholmissbrauch junger Leute bei Politikern in aller Munde. Ebenso Forderungen nach neuen gesetztlich verankerten Tabus. Denen fügt der Brandenburger CDU-Vize Sven Petke jetzt noch einen Vorschlag hinzu: Der nächtliche Alkoholverkauf soll verboten werden. Das Thema ist gut fürs Sommerloch. Doch Petke sollte sich noch erinnern können, dass Jugendliche gerade Verbotenes anspornt, Erwachsene auszutricksen. Es ist also naiv, zu glauben, dass ein nächtliches Verkaufsverbot an Tankstellen aufs Trinken Versessene abhält, anderweitig Vorsorge zu treffen. Nein, neue Gesetze brauchen wir nicht. Bestehende Regeln zum Jugendschutz sind ausreichend, über ihre Einhaltung muss gewacht werden. Doch Verbote nützen wenig, wenn Einsicht fehlt. Mädchen und Jungen klar zu machen, dass sie ihrer Gesundheit schaden, und dass Saufen nicht gesellschaftsfähig ist - hier sind vor allem Eltern und Großeltern, aber auch die Lehrer gefragt. Sie dürfen nicht wegsehen, sondern müssen einfühlsam nach Ursachen für drohende Suchtkarrieren forschen: Schulstress, Einsamkeit, Langeweile. Die Gründe für die immer wiederkehrende Flucht in den Rausch sind vielfältig. Hier ist die Gesellschaft gefordert, zu helfen. Nicht mit neuen Verboten, sondern mit Therapien und anderen Präventionsofferten. Den Anfang aber müssen Mütter und Väter machen, indem sie ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol vorleben - und das jederzeit.

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