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Lausitzer Rundschau: Tillich stellt neues Kabinett in Sachsen vor Überraschungseffekt

    Cottbus (ots) - Eines kann Stanislaw Tillich sicher nicht vorgewerfen werden: Er würde sich auf dem Lorbeer altgedienter Minister ausruhen und auf ein einfaches Weiter-so setzen. Mit seiner Kabinettsumbildung hat der sächsische Regierungschef Freund und Feind überrascht und eigene Akzente gesetzt. Er hat mit diesem Schnitt die Vergangenheit ein Stück weit hinter sich gelassen und volle Souveränität bewiesen. Dabei setzt Tillich geschickt auf zwei neue Gesichter, von denen immerhin der Finanzminister nicht aus der Politik stammt. Solche Wechsel zwischen Regierungslager auf der einen und Wirtschaft sowie Wissenschaft auf der anderen Seite sollte es öfter geben. Es kommt jetzt auf Unland an, sich im Politikbetrieb zurecht zu finden. Zudem muss sich der Maschinenbauer sehr schnell in die komplizierten Gemengelagen um die Landesfinanzen einarbeiten und eigene Linien durchsetzen. Zu Tillichs Machtkonstruktion gehört es ebenfalls, zwei agile und junge Köpfe aus der CDU-Fraktion einzubinden, die sich allzu leicht übergangen fühlt. Dass allerdings drei der vier neuen Minister aus dem Westen stammen, wird ihm bereits angekreidet. Über solche Kritik aus der Tiefe des Raumes wird sich der Lausitzer am besten hinwegsetzen können, wenn die Neuen ihre internationale Erfahrung einsetzen und durch Erfolge glänzen. Sonst bleibt von Tillichs Coup nicht mehr als ein kurzlebiger Überraschungseffekt.

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