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Lausitzer Rundschau: Kardinal Lehmann gibt Vorsitz der Bischofskonferenz ab: Respekt

    Cottbus (ots) - Seit 1987 war er das Gesicht der katholischen Kirche in Deutschland: Karl Kardinal Lehmann, Erzbischof von Mainz. Gestern kündigte er seinen Rücktritt an. Vor allem für die Christen an der Basis, in den Gemeinden, ist das ein herber Schlag. Denn der Mainzer Erzbischof war stets einer der ihren: Ein bodenständiger Seelsorger ohne Allüren, ein Liebhaber guten Weins, der jede Gelegenheit nutzte, um mit den Gläubigen ins Gespräch zu kommen. Und Lehmann war ein Brückenbauer und Vermittler: Im Dialog mit den Protestanten ebenso wie innerhalb der katholischen Kirche. Es ist zu wesentlichen Teilen sein Verdienst, dass es trotz des Erstarkens konservativer Strömungen im deutschen Katholizismus, wie sie etwa mit den Namen Mixa, Müller und Meissner zu verbinden sind, nie zu einem offenen Schlagabtausch gekommen ist. Lehmann gelang es, Kirche und Bischofskonferenz zusammenzuhalten, ohne dass er dabei die eigene, vom Zweiten Vatikanischen Konzil geprägte, liberale Position verleugnete. Dafür gebührt dem Kardinal aus Mainz Respekt. Wer auch immer sein Nachfolger an der Spitze der deutschen Bischofskonferenz wird - er wird es schwer haben, diesen Mann zu übertreffen.

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