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Lausitzer Rundschau: Sorbischer Minderheit droht Kürzung der finanziellen Förderung Nur noch Kostenfaktor

    Cottbus (ots) - Die Sorben werden leider meist nur dann öffentlich wahrgenommen, wenn Politiker Haushaltsdiskussionen über die Geldsummen führen, die sie ihnen zubilligen. Das hat etwas Gefährliches. So entsteht in der Außenwirkung der Eindruck, dass die Minderheit nur eine ständig Geld verschlingende Größe ist. In einer immer noch von hoher Arbeitslosigkeit und Strukturschwäche geprägten Region kann sich da leicht Missgunst breit machen. Wozu das Geld so dringend gebraucht wird, in welche Projekte es hineinfließt, kommt kaum zur Sprache, eben sowenig die bereichernde Wirkung sorbischer Kultur und Sprache für die Lausitz. Das kann man deuten als Zeichen der Ignoranz von Politikern, die sich Einschnitte in die finanzielle Förderung der Sorben vorbehalten, ohne über ihre Situation gut informiert zu sein. Donnerstag, in der Sitzung des brandenburgischen Haushaltsausschusses, hätten Wissenslücken geschlossen werden können. Der Vorsitzende des Rates für sorbische Angelegenheiten aber durfte nicht sprechen. Weil andere Lobbygruppen dann auch Rederecht einfordern könnten, so die Begründung. Dabei sind die Sorben keine Lobbygruppe, vielmehr eine Minderheit, der gegenüber Deutschland eine besondere Verantwortung hat. So kommt es, dass der Kritik von Rechnungshöfen und Verwaltungsämtern am korrekten Umgang der Sorben mit dem ihnen zugewiesenen Geld allein die entscheidende Bedeutung beikommt, dass sie nur noch Kostenfaktor sind. Aus solchen sich ständig wiederholenden Diskussionen sollten aber auch die Sorben Schlüsse ziehen. Zum Beispiel, indem sie offensiver auf das hinweisen, was sie brauchen und leisten, indem sie mehr in ihre Öffentlichkeitsarbeit investieren.

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