SoVD Sozialverband Deutschland

SoVD fordert Arbeitgeberpräsident Hundt zur Mäßigung auf

    Berlin (ots) - Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat die
Wirtschaftsverbände und insbesondere Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter
Hundt aufgefordert, "in der rentenpolitischen Debatte die Tassen im
Schrank zu lassen und sich von ihren Forderungen nach weiterer
Rentenkürzung öffentlich zu distanzieren". Es sei unerträglich, dass
die Wirtschaft als einziger Gewinner der riesterschen Rentenreform
immer weitere Einschnitte bei der Sozialrente verlange, kritisierte
SoVD-Präsident Peter Vetter am Mittwoch in Berlin.
    
    Keinem Arbeitnehmer und keinem Rentner sei es mehr zu vermitteln,
dass ausgerechnet Wirtschaftsbosse, deren Altersversorgung monatlich
fünfstellige Eurobeträge erreiche, immer tiefer in die Sozialrente
einschneiden wollten, meinte Vetter. Wenn Herr Hundt für ein
Nettorentenniveau von 60 bis 62 Prozent und eine Altersgrenze von 67
Jahren plädiere, sei das deshalb "eine sozialpolitische
Unverschämtheit ersten Ranges". Praktisch bedeute dies nämlich, dass
die meisten Rentner nicht einmal mehr halb so viel Geld zur Verfügung
haben wie vor ihrem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben. Das für ihren
Lebensunterhalt im Alter deshalb fehlende Geld müssten sie durch noch
höhere private Vorsorge und damit durch noch höheren Lohnverzicht
finanzieren. Wer das nicht könne oder wolle, sei dann auf die
Grundsicherung im Alter und damit auf die Sozialhilfe angewiesen.
    
    "Herr Hundt soll deutlich sagen, dass er die Rentner massenweise
in die Sozialhilfe treiben will oder er muss seine Forderungen
offiziell zurücknehmen," verlangte der SoVD-Präsident. Es könne doch
nicht angehen, dass die Wirtschaft sich erst Dank Riester aus der
paritätischen Altersversorgung verabschiede und anschließend den von
ihr noch mit zu finanzierenden Beitrag zur Sozialrente auf Kosten
ihrer Arbeitnehmer möglichst gegen Null fahren wolle. Völlig absurd
sei die Forderung nach einer höheren Altersgrenze aus dem Mund des
obersten Arbeitgebers. Es seien doch gerade die Unternehmen, die mit
allen legalen und teillegalen Tricks ältere Mitarbeiter aus den
Betrieben entfernten - oft und lange genug unter Inanspruchnahme von
Mitteln der Sozialversicherungen. "Erst schicken sie ältere
Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit oder den Vorruhestand - und dann
kürzen sie ihnen auch noch die Rente. Das kann man nur noch als
sozialpolitischen Amoklauf bezeichnen," klagte Vetter.
    
    V.i.S.d.P.: Hans-Jürgen Leutloff
    
    
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