BVR: Arbeitsmarktaufschwung schwächt sich ab - Politik sollte Beschäftigungshemmnisse beseitigen

   

Berlin (ots) - Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) rechnet in seinem aktuellen Konjunkturbericht damit, dass sich der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt zwar fortsetzen wird, aber an Kraft verliert. Hierauf deutet auch der heute von der Bundesagentur für Arbeit gemeldete leichte Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl um 9.000 Personen hin, die Arbeitslosenquote verharrte bei 6,8 Prozent. BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin: "Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt ist gut, aber sie birgt noch ungenutzte Potenziale, eine zweite Runde des Arbeitsmarktaufschwungs einzuläuten. Trotz der Erfolge, die in den vergangenen Jahren erzielt wurden, ist die Wirtschaftspolitik weiterhin gefordert, die Arbeitsaufnahme zu fördern und Beschäftigungshemmnisse zu beseitigen".

Dies gelte zum Beispiel für den unverhältnismäßig starken Anstieg der Steuern und Sozialbeiträge beim Übergang von einem Minijob zu einer regulären Beschäftigung. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sei auch zu prüfen, inwiefern das Ehegattensplitting in seiner jetzigen Form noch zeitgemäß ist. Durch eine Verringerung der fiskalischen Fehlanreize für Zweitverdiener und einen weiteren Ausbau des Kinderbetreuungsangebots könne die Erwerbsbeteiligung von Frauen erhöht werden.

Die zügige Umsetzung solcher Maßnahmen zur weiteren Kräftigung des Arbeitsmarkts ist aus Sicht des BVR auch deshalb wichtig, weil sich der Beschäftigungsaufbau in naher Zukunft abflachen wird. Die Gründe für diese Entwicklung sind unterschiedlich. Zum einen werden, so der BVR-Konjunkturbericht, die mobilisierbaren Arbeitskräftereserven (Stille Reserve) bald ausgeschöpft sein. Darüber hinaus dürften die positiven Effekte der Arbeitsmarktreformen der letzten Jahre allmählich schwächer werden. Ferner sei absehbar, dass der Rückenwind von Seiten der Konjunktur erheblich nachlässt. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte im Durchschnitt des Jahres 2013 auf 41,7 Millionen steigen. Die Arbeitslosenzahl wird sich hingegen aller Voraussicht nach nur wenig verändern, da der Beschäftigungszuwachs zu einem großen Teil durch eine Zuwanderung aus dem Ausland und aus der Stillen Reserve gedeckt werden dürfte.

Der aktuelle Bericht des BVR zum Sparverhalten ist im Internet unter www.bvr.de/Publikationen/Konjunkturberichte abrufbar.

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