Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V.

Akademisierung der Gesundheitsfachberufe: Logopäden begrüßen NRW-Vorstoß - Bundesrat entscheidet am 23. Mai über Gesetzesinitiative

Aachen (ots) - "Der Deutsche Bundesverband für Logopädie begrüßt die Bundesratsinitiative der nordrhein-westfälischen Landesregierung zur Erprobung akademischer Ausbildungen im Bereich der Gesundheitsfachberufe", sagte die Präsidentin des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie (dbl), Dr. Monika Rausch, anlässlich des 37. dbl-Jahreskongresses heute vor der Presse in Aachen. "Dies wäre für die Logopädie ein erster Schritt zu einer im europäischen Vergleich zukunftstauglichen Ausbildung", betonte Rausch. In zwei Tagen, am 23. Mai, wird der Bundesrat darüber entscheiden, ob er sich dem nordrhein-westfälischen Vorstoß mehrheitlich anschließt. "Dabei muss den Ländern klar sein: Eine qualitativ hochwertige Diagnostik und Therapie von Patienten mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen ist nur zu haben, wenn die LogopädInnen ihr interdisziplinär angelegtes Berufsfeld auf wissenschaftlicher Grundlage weiterentwickeln können", mahnte Rausch.

Sollte der Bundesrat sich hinter den Gesetzentwurf stellen, was angesichts der Empfehlungen der beteiligten Ausschüsse im Wesentlichen erwartet werden könne, komme es darauf an, dass auch der Bundestag dem Vorhaben zustimmt, so die dbl-Präsidentin. Darüber hinaus hänge die Frage, ob eine solche Erprobungsklausel die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen kann auch davon ab, wie diese in der Praxis umgesetzt werde, gab Rausch zu bedenken.

Der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl) ist der Berufs- und Fachverband der selbständigen und angestellten Logopädinnen und Logopäden mit ca. 10.000 Mitgliedern. Er setzt sich seit über 20 Jahren vehement für eine grundständige akademische Logopädenausbildung ein, wie sie in den europäischen Nachbarländern längst Standard ist.

Hintergrund:

Nordrhein-Westfalen hatte Mitte April eine Bundesratsinitiative zur Erprobung akademischer Ausbildungen im Bereich der Gesundheitsfachberufe beschlossen. Zur Begründung wies NRW-Gesundheitsminister Laumann darauf hin, dass das Gesundheitswesen immer komplexer und anspruchsvoller werde. Dadurch würden immer mehr Spezialisten nicht nur in den Arztberufen sondern auch in den nicht ärztlichen Heilberufen gesucht. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen sowie die Gesundheitsminister der Länder hatten sich bereits im Sommer 2007 dafür ausgesprochen, akademische Ausbildungsgänge zu erproben.

Bislang sind in diesen Berufen nach Fachschulausbildungen lediglich Weiterbildungsstudiengänge möglich. Die Länder konnten bisher lediglich in Pflegeberufen grundständige Modellstudiengänge durchführen. Die Bundesratsinitiative zielt darauf ab, dass der Bund diese Möglichkeiten auch für Hebammen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden und Rettungsassistenten schafft.

Pressekontakt:

V.i.S.d.P.: Lucas Rosenthal, Deutscher Bundesverband für Logopädie
(dbl),
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