ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe

Baugewerbe fordert Stopp für "Blaue Plakette"

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, demonstriert mit einem Lastenfahrrad, die absurde Vorstellung, man könnte auf große LKW für Baumaßnahmen verzichten. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/33001 / Die Verwendung dieses Bildes ist für... mehr

Berlin (ots) - "Die Einführung einer sog. Blauen Plakette für die Innenstädte zur Reduzierung der Stickoxidbelastung verhindert dort komplett das Bauen. Neue Wohnungen können nur noch auf der grünen Wiese am Stadtrand entstehen. Die Folge sind dann Pendlerströme in die Innenstädte." Mit diesen drastischen Worten forderte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Felix Pakleppa, heute den Stopp der sog. Blauen Plakette. Pakleppa machte folgende Rechnung auf: "Für den Bau einer Wohnanlage mit 250 Wohnungen in der Innenstadt haben wir ca. 20 Anlieferungen für Baumaschinen, Baumaterialien, Gerüste etc. und das 220 Arbeitstage pro Jahr. Bei einer Bauzeit von zwei Jahren kommen wir auf knapp 9.000 Anlieferungen. Umgerechnet auf eine einzige Wohnung sind das 35 Fahrten. Wie soll dieses Material in die Innenstadt kommen, dorthin wo die Menschen leben wollen, wenn LKWs nicht mehr fahren dürfen? Etwa mit Lastenfahrrädern?"

Da derzeit entsprechende Filter oder Luftreinigungsanlagen für betroffene Fahrzeuge in entsprechender Größenordnung nicht zur Verfügung stehen, käme die Einführung einer Blauen Plakette einem Arbeitsverbot und Baustopp gleich. "Bevor man über ein Fahrverbot für Fahrzeuge nachdenkt, die im Vertrauen auf die zum jeweiligen Zeitpunkt geltenden Abgasnormen gekauft wurden, sollte man zuerst prüfen, ob und wie eine Nachrüstung der Bestandsfahrzeuge möglich ist und ein entsprechendes Förderprogramm hierfür auflegen," so Pakleppa. Betroffen von einer solchen Regelung wären nicht nur Baufahrzeuge und LKW, sondern auch (kleinere) Lieferwagen, Kleinbusse und weitere Pkw, die Bauunternehmen ihren Mitarbeitern für deren Arbeit zur Verfügung stellen. "Die Bauwirtschaft hat rund 1,2 Mio. Fahrzeuge, davon werden 91 Prozent mit Diesel angetrieben. Ein schneller Umtausch oder eine Umrüstung der gesamten Fahrzeugflotte kommt auch aus ökonomischen Gründen für die Unternehmen nicht in Frage," sagte Pakleppa.

"Wir sehen die Notwendigkeit, für die Reinhaltung der Luft zu sorgen, und unterstützen das auch, aber bitte mit Augenmaß. Sinnvoller wäre es, sich zunächst einmal auf regelmäßig in den Innenstädten verkehrende Fahrzeuge zu konzentrieren. Hier ist die öffentliche Hand gefordert, zunächst einmal ihre Fuhrparks umzurüsten. Denn diese tragen einen ganz wesentlichen Teil zur Stickoxidbelastung in den Innenstädten bei." Erklärte Pakleppa. Der ZDB-Hauptgeschäftsführer verwies darüber hinaus auf den photokatalytischen Baustoff Titandioxid. Dessen Pigmente werden in ein spezielles Betonsteinpflaster beigemischt und sorgen dafür, dass Stickoxide vom Sonnenlicht schnell ersetzt werden. Messungen haben ergeben, dass die Stickoxid-Konzentration auf Straßen mit diesem Spezialbelag um bis zu 20 Prozent gesenkt werden können.

Pressekontakt:

Dr. Ilona K. Klein
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zentralverband Deutsches Baugewerbe
Kronenstr. 55-58
10117 Berlin
Telefon 030-20314-409, Fax 030-20314-420
eMail klein@zdb.de

Original-Content von: ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe, übermittelt durch news aktuell
Medieninhalte
2 Dateien

Weitere Meldungen: ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe

Das könnte Sie auch interessieren: