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Helme können keine Unfälle vermeiden, aber den Kopf schützen

Detlev Jöcker - Portrait / Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/31999 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Menschenkinder Verlag"

Münster (ots) - Thorsten Kambach spricht mit Detlev Jöcker dem Kinderliedermacher und Botschafter der ZNS-Hannelore Kohl Stiftung über die Helmpflicht für Kinder beim Fahrradfahren.

Thorsten Kambach: Herr Jöcker, Sie sind aktiver Botschafter für Kinderprojekte der Hannelore-Kohl-Stiftung und setzen sich seit längerem für die Helmpflicht beim Fahrradfahren für Kinder ein. Durch den tragischen Unfall von Michael Schuhmacher ist die Helmpflicht nun wieder in das öffentliche Interesse gerückt. Glauben Sie, dass dadurch auch vermehrt Helm getragen wird?

Detlev Jöcker: Das wäre wünschenswert! Wir alle wissen, dass Michael Schumacher diesen furchtbaren Sturz wahrscheinlich nicht überlebt hätte ohne Helm. Sie müssen sich vorstellen, über dreißigtausend Kinder unter sechs Jahren erleiden jedes Jahr eine Schädelhirnverletzung beim Spielen, aber auch zu Hause und vor allem im Straßenverkehr mit schlimmen Folgen.

Thorsten Kambach: Wie kommt es dann, dass die Akzeptanz eines Fahrradhelms bei den Kindern so gering ist?

Detlev Jöcker: Das sind eben Kinder - und die brauchen Vorbilder. Aber leider, wie so oft im Leben, gibt es gute und weniger gute Vorbilder. Häufig sind die Eltern das Problem: Das Bewusstsein für die Gefahren beim Fahrradfahren ohne Helm ist bei vielen Eltern meist nicht stark ausgeprägt.

Thorsten Kambach: Warum nicht? Die Gefahren sind doch deutlich ...

Detlev Jöcker: Das sehe ich auch so, aber es ist kein Wunder, schließlich gab es in der Kindheit der Eltern noch keine Fahrradhelme. Und wenn man die damals nicht brauchte, warum dann heute? Darum tragen sie selber häufig keinen - selbst wenn sie ihren Kindern einen kaufen. Dadurch sind Mama und Papa natürlich kein gutes Vorbild, und gehen oft sehr lax und halbherzig mit den Sicherheitsstandards des Helmtragens um. Hinzu kommt, dass viele Kinder selber den Helm total "uncool" finden. Aber da sind einige Hersteller zum Glück inzwischen aufgewacht und haben Helme mit "coolem" Design geschaffen.

Thorsten Kambach: Welche Sicherheitsstandards meinen Sie?

Detlev Jöcker: Ganz einfach: Das Aufsetzen und Tragen eines Helms des Kindes sollte von den Eltern grundsätzlich stärker geprüft werden. Wie setze ich den eigentlich richtig auf, muss der gerade sitzen oder darf der ruhig ein wenig locker - und somit cool - sitzen? Sind die Stirn und die Schläfen gut geschützt? Außerdem muss mit dem Kopfring die Größe des Helms genau an den Kinderkopf angepasst werden - und da Kinder schnell wachsen, ist das keine einmalige Angelegenheit.

Thorsten Kambach: Wie muss der Helm denn sitzen?

Detlev Jöcker: Der sollte fest sitzen, also nicht wackeln. Der Drehknopf mit dem man das ganz einfach einstellen kann, sitzt hinten am Helm. Dann muss noch der Riemen unter dem Kinn passgenau geschlossen werden - es dürfen nicht mehr als zwei Finger zwischen dem Riemen und dem Kinn passen, dann sitzt der Helm korrekt. Gar nicht so schwer, oder?

Thorsten Kambach: Als Kinderbotschafter der Stiftung haben Sie zahlreiche Präventionsobjekte ins Leben gerufen und unterstützt. Gibt es da auch Maßnahmen, die das Tragen eines Fahrradhelms bei Kindern thematisieren?

Detlev Jöcker: Natürlich, ich habe zum Beispiel einige Lieder in meinem Programm, die sich genau mit diesem Thema beschäftigen. Darüber hinaus haben wir mit Fachleuten der ZNS-Hannelore Kohl Stiftung im letzten Jahr die Idee zu einem Kindermusical erarbeitet, das Kindern und Eltern den Fahrradhelm schmackhaft machen sollen. Das Liederhörspiel und Musical heißt übrigens "Tim, der kleine Fahrradhelm". Mit dieser Geschichte und vielen Liedern möchten wir Kindergarten- und Grundschulkindern vermitteln, wie wichtig es ist, seinen Kopf beim Fahrradfahren mit einem Helm zu schützen, und das ganze sehr spielerisch und mit großer Freude. Das ein Teil aus dem Erlös der CD, als Spende an die ZNS-Hannelore Kohl Stiftung geht ist ein erfreulicher Nebeneffekt.

Wir freuen uns auch über die tatkräftige prominente Unterstützung von Gregor König (RTL Television, Formel 1 Stimme, DSDS u.v.a.) und Eva Lind (International erfolgreiche Opernsängerin und TV Moderatorin, u.a. ZDF) die uns ihre Stimmen für die Rollen als Erzähler und Mutter zur Verfügung gestellt haben.

Thorsten Kambach: Glauben Sie wirklich, dass man Kinder durch Lieder zum Fahrradhelm tragen bringen kann?

Detlev Jöcker: (lacht) Da bin ich mir sogar ganz sicher! Bei meinen Live-Veranstaltungen singe und spiele ich seit langem immer extra ein Helmlied, das den Kindern sehr viel Spaß macht. Da meine kleinen Fans naturgegeben eher auf ihren singenden Detlev hören, als auf Mama und Papa, bekomme ich dann manchmal Mails mit tollen Geschichten. Kürzlich wurde mir ein Foto geschickt, auf dem ein fröhliches Kind mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf zu sehen war. Die Eltern schrieben, das Ihr Sohn nach der Live-Veranstaltung, zuhause am liebsten das Helmlied gesungen hat - aber das eben immer mit seinem Fahrradhelm auf dem Kopf, so wie sein Idol Detlev auf der Bühne. Da musste ich schon sehr schmunzeln - und war natürlich stolz.

Thorsten Kambach: Es gibt einige kritische Experten aus Österreich, die in einer Studie eine allgemeine Helmpflicht beim Fahrradfahren ablehnen. Was sagen Sie zu deren Argumenten?

Detlev Jöcker: Ich kenne diese Sicherheitsstudien. Da wird unter anderem eine Helmpflicht als kontraproduktiv dargestellt. Die würde zu einer abnehmende Radbenutzung führen und sogar dazu, dass Autofahrer die restlichen verbleibenden Radfahrer öfter übersehen, da sie bei weniger Radfahrern nicht mehr so aufmerksam sind. Wie dem auch sei: Helme können keine Unfälle vermeiden, aber den Kopf schützen. Ich bin absolut für eine Helm-Fürsorgepflicht für Kinder, denn bei allen Argumenten der Kritiker sind Kinder im Straßenverkehr erheblich größeren Gefahren ausgesetzt als Erwachsenen. Ich habe übrigens kürzlich meine Enkelkinder in der Schweiz besucht. Eliana ist fünf Jahre alt und bewältigt schon die ersten kleinen Strecken auf ihrem Kinderfahrrad. Als ich sah, wie unsicher die Kleine auf Grund ihres Alters beim Fahrradfahren noch wirkte, war ich doch beruhigt, dass sie brav ihren Helm trug - den ich ihr mit dem Kinderfahrrad zu ihrem Geburtstag geschenkt hatte.

Vita

Detlev Jöcker gehört mit über 13 Millionen verkauften Tonträgern (GfK) zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Künstler. Als Botschafter für Kinderprojekte unterstützt er schon seit vielen Jahren die "ZNS Hannelore Kohl Stiftung". Für sein karitatives Engagement bekam er den "Kinderlachen-Award" überreicht. Für das Goethe-Institut bereiste Jöcker als "Botschafter des Deutschen Kinderliedes" zahlreiche Länder in Europa.

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