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Entwicklungsländer dürfen nicht zu Verlierern der globalen Finanzkrise werden
Malariakampagne fordert in einem dringenden Appell an Regierungen Europas mehr Engagement im Kampf gegen Armutskrankheiten

Köln (ots) - Die globale Finanzkrise verbaut die letzten Chancen, die Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Auf der 2. UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung, die heute in Doha, der Hauptstadt des arabischen Emirats Katar, zu Ende geht, ziehen Regierungsvertreter aus Industrie- und Entwicklungsländern Bilanz der letzten sechs Jahre. Sie beraten über neue Instrumente der Entwicklungsfinanzierung, wie beispielsweise Schuldenerlasse zur Bekämpfung von Armutskrankheiten. Trotz dieser positiven Schuldenumwandlung ist zu befürchten, dass das Ziel bis zum Jahr 2015 mindestens 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Industriestaaten für öffentliche Entwicklungshilfe zu verwenden, aufgrund der Finanzkrise verfehlt wird.

"Schulden erlassen, um damit AIDS, Tuberkulose und Malaria zu bekämpfen, ist ein richtiger Weg. Dennoch müssen die Geberländer endlich ihre Versprechen erfüllen und können sich nicht hinter angeblichen Wirtschaftszwängen verstecken. Eine Börsenkrise darf nicht dazu führen, dass der Mehrheit der Weltbevölkerung das Recht auf Gesundheit und Entwicklung verwehrt bleibt", sagte Antje Mangelsdorf, Koordinatorin der europäisch-afrikanischen Kampagne STOP MALARIA NOW!

Malaria ist eine der tödlichsten Armutskrankheiten und hat immense soziale und wirtschaftliche Auswirkungen auf die Entwicklungsländer. An Malaria erkranken jedes Jahr 250 Millionen Menschen, fast eine Million stirbt daran. Die Krankheit trifft insbesondere die Armen und verstärkt die Armut noch, denn sie schädigt die afrikanische Wirtschaft laut Schätzungen um jährlich 7,7 Milliarden Euro. Obwohl sich die zur Verfügung gestellten Mittel auch für den Kampf gegen Malaria in den letzten Jahre vervielfacht haben, werden gerade einmal 0,001 Prozent der weltweiten Forschungsausgaben für die weitere Untersuchung und Bekämpfung von Armutskrankheiten ausgegeben, belegen neueste Studien.

STOP MALARIA NOW! richtet daher einen dringenden Appell an europäische Regierungen und Parlamente. Sie sollen sich verstärkt für die Bekämpfung der Malaria und anderer Armutskrankheiten in Afrika einsetzen, finanzielle Zusagen einhalten und die Forschung ausbauen.

In einem offenen Schreiben, dass zeitgleich in ähnlicher Form an die deutsche, spanische, italienische und polnische Regierung versandt wurde, fordern die neun in der Kampagne zusammen geschlossenen Hilfsorganisationen unter anderem:

   - dass die Zusagen, die Mittel für öffentliche 
     Entwicklungszusammenarbeit bis zum Jahr 2015 auf 0,7 Prozent des
     Nationaleinkommens zu erhöhen, von allen EU-Mitgliedstaaten 
     umgesetzt und verbindliche Stufenpläne zur Zielerreichung auf 
     nationaler Ebene verabschiedet werden, 
   - neue Instrumente für Entwicklungsfinanzierung in allen Ländern 
     einzuführen, 
   - eine langfristige Finanzierung des "Globalen Fonds zur 
     Bekämpfung von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria" sicher zu 
     stellen und Initiativen für den Zugang zu wirksamen und 
     bezahlbaren Medikamenten, wie etwa die neu eingerichtete 
     Affordable Medicines Facility for Malaria (AMFm) zu fördern, 
   - armen und besonders von Malaria betroffenen Menschen Zugang zu 
     Moskitonetzen und Anti-Malariamitteln zu verschaffen und 
     Maßnahmen zur medizinischen Aufklärung vor Ort zu unterstützen, 
   - den deutschen Beitrag zur Finanzierung von Forschung und 
     Entwicklung neuer Medikamente, Diagnostik und Impfstoffe für 
     Armutskrankheiten von derzeit knapp 15,5 Millionen Euro, was nur
     0,12 Prozent des Forschungsbudgets der Bundesrepublik 
     Deutschland entspricht, auf mindestens 386 Millionen Euro 
     jährlich zu erhöhen. 

Die Kampagne:

STOP MALARIA NOW! ist ein auf Initiative des deutschen Medikamentenhilfswerkes action medeor entstandener Zusammenschluss von neun nichtstaatlichen Hilfsorganisationen aus Deutschland, Italien, Kenia, Spanien, Polen und der Schweiz. Die Kampagne will das Bewusstsein in Europa über die dramatischen Ausmaße der Armuts-Krankheit Malaria in Afrika schärfen und deutlich machen, welche verheerenden sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen die Krankheit auf dem afrikanischen Kontinent hat. Malaria ist eine vermeidbare und heilbare Krankheit, kann und muss daher effektiv kontrolliert werden. Die Kampagne wirbt für eine effiziente Infrastruktur im Gesundheitswesen der am meisten von Malaria betroffenen Länder sowie den Anbau und die Produktion wirkungsvoller Heilmittel vor Ort. Sie versteht ihre Arbeit als einen Teil des weltweiten Kampfes gegen Armut und zur Umsetzung der Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen.

STOP MALARIA NOW! wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union organisiert. Die Inhalte der Pressemitteilung unterliegen der vollen Verantwortung von action medeor e.V. und geben nicht die Meinung der Europäischen Union wieder.

Kontakt und weitere Informationen:

Antje Mangelsdorf
Projektkoordinatorin
STOP MALARIA NOW!
c/o action medeor e.V.
Gertrudenstr. 9
D-50667 Köln
Tel.: 0221-29970236
Fax: 0221-29970238
E-Mail: antje.mangelsdorf@medeor.de
www.stopmalarianow.org
www.medeor.org

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