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Rheinische Post: EZB-Direktor Coeuré sieht länger anhaltende Nullzinsphase voraus

Düsseldorf (ots) - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihren Leitzins nach den Worten von EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeuré noch für eine länger anhaltende Zeitspanne nahe Null halten müssen. "Die Zinsen werden so lange niedrig bleiben müssen, bis wir sehen, dass sich die Inflationsrate in der Euro-Zone wieder auf unseren Zielwert von knapp unter zwei Prozent zubewegt", sagte Coeuré der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). "Wir brauchen die Niedrigzinsen weiterhin dringend, um die Inflationsrate wieder stabil auf zwei Prozent zu bringen und die Erholung der Euro-Zone abzusichern", sagte der Franzose. "Schon im Januar haben wir gesagt, dass die Inflation nur sehr langsam wieder in Richtung zwei Prozent steigen wird", erläuterte der EZB-Direktor. "Im Vergleich zum Dezember sehen wir neue Abwärtsrisiken. Hauptursache sind der sinkende Ölpreis und eine Abschwächung des globalen Wachstums." Zudem sei in den letzten Tagen eine steigende Volatilität an den Finanzmärkten zu sehen. "Wenn das zu lange anhält, kann auch diese Entwicklung das Risiko erhöhen, dass die Inflation erst später anzieht", sagte Coeuré. Die EZB werde notfalls alle ihre Instrumente einsetzen, um eine lang andauernde Phase des Preisrückgangs in Europa zu verhindern. "Wenn es nötig ist, stehen wir bereit, alle unsere Instrumente einzusetzen. Das beinhaltet die Leitzinsen und Umfang, Zusammensetzung und Dauer unserer Wertpapierkäufe", sagte Coeuré. Er appellierte an die Regierungen der Euro-Staaten, "dass sie die Einsparungen, die sie durch die niedrigen Zinsen bei der Finanzierung ihrer Schulden haben, auf wachstumsfördernde Art nutzen". Die Regierungen "könnten zum Beispiel die Steuern auf Arbeit verringern, mehr Anreize für private Investitionen schaffen, oder - wo erforderlich - ihr Defizit senken", forderte er. Die Notenbank brauche die Unterstützung der Regierungen der Euro-Länder, um das Wachstum in der Euro-Zone zu steigern. "Wenn das nicht passiert, werden wir die Zinsen sehr lange niedrig halten müssen", warnte Coeuré.

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