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Rheinische Post: Kommentar
Die Völkermühle am Rhein = Von Michael Bröcker

Düsseldorf (ots) - Die Taten von Köln haben eine Stadt und eine Region getroffen, die ihre Toleranz gegenüber Fremden und die Multikulturalität zum Markenzeichen gemacht haben. Das Rheinland ist seit Jahrhunderten ein Einwanderungsland. Und der Rheinländer an sich, so ist seine im Alltag oft belegte Überzeugung, ist den Fremden gegenüber aufgeschlossen, in der Integration erfahren und gelassen optimistisch, ohne naiv zu sein. Wie singen es die Bläck Fööss in ihrem "Stammbaum" so treffend: "Su simmer all he hinjekumme, mir sprechen hück all dieselve Sproch. Mir han dodurch su vill jewonne." Carl Zuckmayer lässt den General Harras in "Des Teufels General" das Rheinland als "Völkermühle" beschreiben. Also ist es doch nur folgerichtig, dass nach den Exzessen der Silvesternacht die Debatte über kriminelle Zuwanderer, Migranten oder Flüchtlinge nüchtern, ehrlich und umfassend geführt wird, aber nicht mit Schaum vor dem Mund und Vorurteilen im Herzen. Das Gemeinsame, das Streben nach Freiheit, Sicherheit und einem friedlichen Miteinander bei den meisten Rheinländern (egal welcher Herkunft), muss immer wieder betont werden. Dazu dient auch die "Kölner Botschaft".

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