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Rheinische Post: Kommentar: China hat den Schlüssel

Düsseldorf (ots) - Hat Nordkorea wirklich eine Wasserstoffbombe gezündet? Vermutlich war es "nur" eine Atombombe. Das tut aber herzlich wenig zur Sache. Entscheidend ist, dass das bizarre Regime des Kim Jong Un erneut auf Knopfdruck die Spannungen in einer ganzen Weltregion verschärft. Pjöngjang kann das nach Belieben, weil es der einzige Akteur in dieser Dauerkrise ist, der nicht bloß reagiert. Das muss sich ändern, und der Schlüssel dazu liegt in Peking. Die Terrorherrschaft der Kims existiert nur noch, weil China sie toleriert. Peking muss Nordkorea wieder zu Verhandlungen bewegen. Das wird unendlich schwierig - im Vergleich zu Kim sind zum Beispiel die Mullahs in Teheran, mit denen es einen ähnlichen Atom-Verhandlungsmarathon gab, die reinsten Chorknaben. Peking wird also heftig Druck ausüben müssen. Damit es sich dazu bequemt, könnte es Zugeständnisse an anderer Stelle fordern, etwa im Disput um die Inseln im Südchinesischen Meer. Das ist schmerzlich, aber so geht Realpolitik. In Korea einen Krieg zu verhindern, ist in Asien - immer noch - wichtiger als so ziemlich alles andere.

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