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Rheinische Post: Hoffen auf Tsipras Kommentar Von Birgit Marschall

Düsseldorf (ots) - Griechenlands zurückgetretener Ministerpräsident Tsipras setzt auf die absolute Mehrheit bei der Neuwahl am 20. September. Dass er sie gewinnt, ist eher unwahrscheinlich. Seiner Partei ist der linke Flügel verlorengegangen, der immerhin ein Viertel der Abgeordneten stellte. Zudem gehen seine Umfragewerte zurück. Er wird auf einen Koalitionspartner angewiesen sein. Zu hoffen ist, dass er seine Ankündigung schnell wieder vergisst, dann nicht mit einer der gemäßigten Parteien koalieren zu wollen. Ein neues Bündnis mit den Rechtsnationalisten wäre fatal - und mit der Neuwahl wäre gar nichts gewonnen, sie hätte nur wertvolle Zeit gekostet. Griechenland wird nicht fallengelassen, das steht seit dem letzten Euro-Gipfel unumkehrbar fest. Nach dieser Grundsatzentscheidung der Regierungschefs kann sich Athen nun wieder ein bisschen Zeit lassen, ein bisschen schludern, ein bisschen weniger umsetzen als vereinbart. Trotzdem wird Athen im Herbst weitere Schuldenerleichterungen erfahren, die kein anderes Krisenland genießt. Das ist leider das traurige Spiel in diesem nunmehr sechsjährigen Drama.

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