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Rheinische Post: Kommentar: SPD muss Gabriel danken

Düsseldorf (ots) - Die SPD fühlt sich nicht wohl mit ihrem Chef, der länger amtiert als alle Vorsitzenden nach Willy Brandt. Mal abgesehen von der masochistischen Lust der SPD an der Vorsitzendenschelte. Was ist das Problem? Eigentlich müsste die SPD Gabriel danken. Immerhin regiert die Partei mit 25 Prozent dominanter, als Brandt es mit 45 Prozent tun konnte. Mindestlohn, Mietpreisbremse, Elterngeld Plus, Frauenquote, Fracking-Verbot, Dauersubventionierung des Ökostroms, Rente mit 63. SPD pur. In neun Ländern regiert die Partei. Nie war sie so mächtig. Und geht es nicht immer um "gestalten wollen"? Sicher, Gabriel ist anstrengend, seine Spontaneität lässt die Genossen schwindelig werden. Wie er die Partei in die Koalition geführt und SPD-Themen in den Koalitionsvertrag gebracht hat, ist indes bemerkenswert (wenn auch fürs Land beizeiten schwierig). Im Griechenland-Drama war Gabriel leidenschaftlicher als die Kanzlerin. Seine Themen Pflege und Erzieher-Gehälter sind zukunftstauglich. Nun will Gabriel die Partei von der Alimente- zur Aufsteigerpartei entwickeln. Vielleicht ist es das, was die SPD stört.

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