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Rheinische Post: Kommentar: Athens Pleite verschoben

Düsseldorf (ots) - Die Staatpleite ist abgeblasen - wieder einmal. Der Währungsfonds hat Athen drei Wochen mehr Zeit gegeben, um seine Kredite zu bezahlen. Doch Zeit wofür? Faktisch ist das Land längst pleite. Es hat Städte und Sozialversicherungen geplündert. Es ist weiter nicht bereit, Reformen einzuleiten, die über Gyros-Steuern hinausgehen. Drei Wochen mehr Zeit werden daran nichts ändern - zumal der Ministerpräsident, die eigenen Hardliner im Nacken, keine Einsicht zeigt. Dass Tsipras einen Tag nach der Rettung erneut die russische Karte spielt, wird die Kanzlerin ebenso erzürnen wie die Aufforderung, sie möge jetzt eine Marshallplan-Rede halten. Schließlich ist Merkel bereits Athens mächtigster Beschützer. Während Schäuble den Grexit mittlerweile riskieren würde, will Merkel das Land, auch aus geopolitischen Gründen, um jeden Preis im Euro halten. Genau das wissen die Griechen - und tanzen den Geldgebern auf der Nase herum. Doch wenn Merkel keine Strategie hat, wie es auf Dauer mit Athen weitergeht, zeigt ihre Großzügigkeit nicht politische Weitsicht, sondern politische Naivität.

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