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Rheinische Post: Verdis Angriffslust Von Maximilian Plück

Düsseldorf (ots) - Ein Streik ist als letztes Mittel gedacht. Wenn sich nichts mehr am Verhandlungstisch bewegt, dann muss die Gewerkschaft auch Druck auf den Arbeitgeber machen dürfen. Ansonsten würde es sich bei den Verhandlungen um kollektives Betteln handeln, es würde keine Waffengleichheit herrschen. Soweit die Theorie. Doch was sich im Sozial- und Erziehungsdienst abspielt, hat eine neue Qualität. Eigentlich befinden sich Verdi und die Arbeitgeber noch mitten in den Verhandlungen. Zahlreiche weitere Gesprächstermine sind bereits angesetzt. Vereinzelte Warnstreiks wären nicht ungewöhnlich. Dass Verdi jedoch schon so früh und großflächig mobilisiert, rückt den Warnstreik in die Nähe eines echten Arbeitskampfes. Für den angriffslustigen Auftritt, unter dem nun bundesweit zahlreiche Eltern leiden müssen, gibt es zwei Gründe: die gewaltige Forderung, die in der Spitze bis zu 21 Prozent ausmacht, und die Mitgliedergewinnung. Verdi zementiert damit ihren Ruf als aggressivste DGB-Gewerkschaft. Ob aber Krawall allein auf Dauer Mitglieder bringt, ist fragwürdig.

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