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Spaßbremsen im Narrenland = Von Horst Thoren

Düsseldorf (ots) - Schluss mit lustig! Lärmempfindliche Nachbarn gefährden den Karneval. Sie stört, was andere fröhlich macht. Wenn nebenan gesungen, geschunkelt und gelacht wird, rufen sie Polizei und Ordnungsamt. Selbst die Justiz wird eingeschaltet, wenn es darum geht, Büttenrednern, Sängern und Parodisten das Maul zu stopfen. Das Brauchtum, vielfach besungen ("Da simmer dabei. . . "), droht zu verkommen - zur Trauerveranstaltung ohne Tusch und Tamtam. Dabei hat jüngst erst die Unesco-Kommission den Karneval zum Kulturerbe auserkoren. Und jetzt das: In Düsseldorf, außerhalb von Köln als Narrenhochburg anerkannt, wurde zum wiederholten Mal feiernden Jecken der Saft abgedreht. Da lachen die Domstädter nur bedingt, denn überall nimmt die Zahl der Spaßbremsen zu, die ausrasten, "wenn dat Trömmelche jeht". Tatsächlich muss es Grenzen geben. Auch für den Frohsinn. Motto: "Leeve un leeve losse". Oder konkret: Feiern und schlafen lassen. Wer in rheinischen Landen lebt, sollte wohl akzeptieren, dass ab und an auch nach Mitternacht noch gelacht wird. Wer feste feiern und Beschwerden vermeiden will, kann sich die Bläck Fööss zum Vorbild nehmen: "Drenk doch ene mött." Wer dabei ist, wird sich kaum gestört fühlen. Aschermittwoch ist früh genug.

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