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Rheinische Post: Die Zukunft gehört der Technik

Düsseldorf (ots) - Das Jahr 2014 ist für den Fußball eines der besten seit 1891. Damals erfand John Alexander Brodie aus Liverpool die Tornetze. Fortan war es einfacher zu entscheiden, ob der Ball den Weg zwischen den Pfosten hindurch genommen hatte. Er lag ja in der Regel im Tornetz. Dennoch gab es zwischenzeitlich immer wieder Zweifelsfälle und Fehlentscheidungen. Stichworte: Wembley, Bloemfontein, Hoffenheim. Die Bundesliga brauchte einen etwas zweifelhaften sportpolitischen Kniff, um nach der englischen Premier League und der Fußball-WM nun auch auf die Segnungen der Torlinientechnik zurückgreifen zu können. Sie ignorierte einfach das Votum aus dem Frühjahr, schloss die Zweitligisten aus dem Verfahren aus und stimmte nun noch einmal ab. So anrüchig der Ablauf ist, so begrüßenswert ist das Ergebnis. Das in England erprobte Falkenauge ("Hawk Eye") wacht ab der kommenden Saison über die Liga und verhindert Fehlentscheidungen in der wichtigsten Frage: Tor oder Nicht-Tor. Der Schiedsrichter bekommt Informationen, die ihm - anders als dem mit Smartphones ausgestatteten Publikum auf den Rängen - bislang nicht zur Verfügung standen. Mit der Entscheidung der Bundesliga ist weitergehender Technik im deutschen Fußball die Tür geöffnet. Es wird nicht mehr lange dauern, bis der Videobeweis eingesetzt wird. In den Niederlanden gibt es bereits einen entsprechenden Feldversuch. Aus dem Ü-Wagen gibt ein Mitglied des Gespanns dem Hauptschiedsrichter auf dem Platz ein Signal, wenn der auf Hilfe vom Fernsehschirm angewiesen ist. Tornetz, Freistoßspray und Falkenauge stehen nicht am Ende der Entwicklung. Bei aller Traditonsliebe: Der Fußball kann es sich nicht leisten, technische Entwicklungen zu ignorieren. Die Kosten sind im Milliardenspiel ohnehin marginal.

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