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Rheinische Post: Kommentar
Merkels Kassandra-Ruf an die Europäer = Von Eva Quadbeck

Düsseldorf (ots) - Die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker heißt, ist hoch. Doch auf dem Weg dahin droht die Europäische Union den neuen Zuspruch ihrer Bürger, den sie durch den Wahlkampf mit zwei Spitzenkandidaten gewonnen hat, wieder zu verlieren. Die Menschen können angesichts des klaren Wahlergebnisses und des Angebots der Sozialisten, den konservativen Juncker zu unterstützen, das Geschacher um den wichtigsten Posten in der EU nicht nachvollziehen. Die Kanzlerin ist derweil bemüht, den Schaden zu begrenzen. Im Bundestag sprach sie sich unmissverständlich für Juncker als Kommissionspräsident aus und lieferte die Erklärung nach, warum sie sich nicht festlegen wollte. Sie fürchtet, dass ausgerechnet Juncker, der wie kein Zweiter für die europäische Integration steht, zu einer Spaltung in der Gemeinschaft beitragen könnte. Wie ein Kassandra-Ruf erklang ihre Warnung, Europa dürfe über die ablehnende Haltung der Briten nicht hinweggehen. Sollten sich die Briten abwenden, geraten auch andere Länder mit starken anti-europäischen Parteien unter Druck, sich der Gemeinschaft zu entziehen. Für Freiheit und Wohlstand in Europa wäre das brandgefährlich.

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