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Rheinische Post: Türkische Misere

Düsseldorf (ots) - Die Türkei hat sich in den vergangenen zehn Jahren rasant entwickelt, wer wollte das bestreiten? Doch nun erinnert das schreckliche Grubenunglück von Soma auch an die Schattenseiten des Booms. Die Behörden sind hoffnungslos damit überfordert, die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften durchzusetzen. Wenn es solche überhaupt gibt und die Kontrolleure nicht korrumpiert sind. Solche Zustände passen nicht zum Bild der modernen und kraftstrotzenden Türkei, das Regierungschef Erdogan so gerne zeichnet. Und noch viel weniger passt dazu, dass er nun auch noch jegliche politische Verantwortung für die Missstände weit von sich weist. Gewiss, viele Türken neigen dazu, Unglücksfälle als göttliche Fügung einfach hinzunehmen. Aber die zynische Art und Weise, wie die Erdogan-Regierung mit der Tragödie umgeht, sorgt selbst bei ihnen für Verbitterung. Bisher hat die wachsende Unzufriedenheit im Land Erdogan politisch nicht viel anhaben können. Nun sollten sich die Türken aber allmählich fragen, ob sie diesem Mann wirklich weiter ihr Schicksal anvertrauen wollen.

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