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Die Papst-Revolution = Von Lothar Schröder

Düsseldorf (ots) - Dieser Papst ist eine Befreiung - von unseren Vorstellungen eines Papstamtes in Herrlichkeit, erstarrt in prachtvoller Schönheit und einem Formalismus, den zu hinterfragen viele längst müde geworden sind. Dabei ist das meiste der päpstlichen Alleinstellung - wie das Dogma der Unfehlbarkeit in Glaubens- und Sittenfragen - ein Produkt erst des 19. Jahrhunderts. Diese Mystifizierung war damals auch die Antwort auf eine spirituelle Krise, die den Glauben nicht tiefer, die Kirche dafür zentralistischer werden ließ. Franziskus, der mit aller Konsequenz eine Kirche an der Seite der Armen und Bedürftigen wünscht und dabei selbst so nahbar wie möglich sein will, reformiert die Kirche mit seiner Person und seiner unkonventionellen Amtsführung. Nennen wir es ruhig eine Revolution im jesuitischen Geist, mit der ein neues Papstamt ganz ohne Konzil und Dogma geschaffen werden könnte. Dabei ist sein Regierungsprogramm uralt: das Evangelium. Das hört sich viel banaler an, als es ist, wenn man bereit ist, aus der frohen Botschaft auch die Konsequenzen zu ziehen.

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