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Rheinische Post: Kommentar
Uli Hoeneß - ein vorbestrafter Bayer = Von Michael Bröcker

Düsseldorf (ots) - Bei dem Prozess wegen Steuerhinterziehung mag Bayern-Präsident Uli Hoeneß zugutekommen, dass übereifrige Staatsanwälte und aufheizende Medien in jüngster Zeit übers Ziel hinausgeschossen sind. An der rechtlichen Bewertung des Falls Hoeneß ändert das nichts. Am Ende dieser Woche wird Uli Hoeneß, der große Bayern-Chef und Fußball-Wohltäter, mit ziemlicher Sicherheit ein verurteilter Steuerbetrüger sein. Wenn er Glück hat und seine Verteidiger glaubhaft belegen können, dass Hoeneß auch ohne einen Hinweis auf bevorstehende Medienberichte die Selbstanzeige aufgeben wollte, dann bleibt er immerhin vom Gang ins Gefängnis verschont. Mehr aber auch nicht. Was bringt es, wenn ein Fußball-Manager Honorargelder für soziale Zwecke spendet, notleidende Fußballvereine päppelt und seine Spieler wie eigene Kinder behandelt, wenn er zugleich dem deutschen Staat und damit den Steuerzahlern mutmaßlich 3,5 Millionen Euro vorenthält? Uli Hoeneß wird sich damit abfinden müssen, dass er auf einer Stufe mit Steuerhinterziehern wie Boris Becker, Klaus Zumwinkel oder Paul Schockemöhle steht. Mit Schadenfreude hat das nichts zu tun. Nur mit der Realität. Der Posten des Bayern-Präsidenten passt dazu nicht.

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