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Rheinische Post: Kommentar
EU-Sanktionen gegen Ukraine sind überfällig Von Doris Heimann

Düsseldorf (ots) - Die Ukraine versinkt in Chaos und Gewalt. Im Schatten der Olympischen Winterspiele in Sotschi versucht Präsident Viktor Janukowitsch, den Widerstand platt zu walzen. Dutzende Menschen sind ums Leben gekommen. Tausende wurden verletzt. Und die EU beginnt jetzt tatsächlich, das S-Wort in den Mund zu nehmen: Sanktionen sollen kommen. Und zwar "spezifische", wie die Kanzlerin sagt, und "rasche und gezielte", wie es Frankreichs Präsident verlangt. Die Frage ist nur: Warum kommen sie erst jetzt? Wochenlang haben die Verantwortlichen in Europa mehr oder weniger tatenlos dabei zugesehen, wie sich der Konflikt in der Ukraine immer weiter hochschaukelte. Die USA haben längst die Visa für eine Reihe von hochrangigen ukrainischen Beamten annulliert, die sie für die Gewalt gegen Demonstranten verantwortlich machen. Die Erfahrung zeigt, dass man damit die Machteliten in postsowjetischen Ländern empfindlich treffen kann. Denn die Mächtigen in Russland und der Ukraine bunkern ihren durch Korruption zusammengetragenen Reichtum im Westen. In Brüssel hat man also durchaus Mittel, verantwortungslosen Politikern die Rückzugswege abzuschneiden. Und dafür wird es jetzt höchste Zeit.

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