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Rheinische Post: Kommentar
Linssen beschädigt NRW-CDU = Von Michael Bröcker

Düsseldorf (ots) - Helmut Linssen hat seine Verdienste als früherer NRW-Finanzminister. Er ist als Finanzfachmann auch jenseits der eigenen Parteigrenzen geschätzt. Geschätzt gewesen, muss man nun sagen. In der Bahamas-Affäre offenbart Linssen überraschende Defizite. Der 71-Jährige kann (und will) offenbar nicht erklären, warum er 400 000 Euro in einem Steuerparadies anlegte. Die Verjährung macht aus einem trickreichen Anleger nicht automatisch einen ehrbaren Kaufmann. Und wenn er tatsächlich in der Karibik keine Erträge erwirtschaftet hat, wie er beteuert, ist er schwerlich ein Finanzexperte. Sein Satz, er habe bereits geahnt, dass da noch was komme, belegt ja, dass so etwas wie ein Schuldgefühl irgendwo in Linssen schlummern muss. Für den größten Landesverband der CDU kommt die Debatte zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Nach der Aufregung über Ronald Pofallas angeblichen Wechsel an die Bahn-Spitze ist im Jahr der Kommunalwahl erneut ein prominenter Christdemokrat beschädigt. Dass Linssen auf das Amt des Schatzmeisters verzichtet, ist folgerichtig. Die Frage ist, ob Linssen als Finanz-Chef der einflussreichen RAG-Stiftung tragbar ist. Zweifel sind angebracht.

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